Worum geht’s?
Du willst deinen Stromverbrauch erfassen und deinen Speicher optimal regeln? Dann stehst du früher oder später vor der Frage: Smart Energy Meter oder IR-Meter?
Das Wichtigste: Deine Sicherheit & Kompatibilität
Gehe bei der Installation kein Risiko ein. Deine Unversehrtheit steht an erster Stelle.
Bevor du dich für eine bestimmte Messmethode entscheidest, prüfe welche dein Speicher, dein Energiemanagement-System bzw. dein Smart Home unterstützt. Das ist der entscheidende Faktor, nicht die Messmethode an sich. Wenn dein System nur einen bestimmten Typ unterstützt, ist die Wahl quasi schon getroffen. Bei Neuanschaffungen direkt darauf achten, welche Methode von den Komponenten unterstützt werden.
Smart Energy Meter - fest verdrahtet
Ein Smart Energy Meter, wie der 🛒 Shelly Pro 3EM, wird direkt in die Unterverteilung eingebaut. Er misst präzise alle drei Phasen.
Vorteile:
- Sehr präzise Messung pro Phase
- Keine PIN vom Netzbetreiber nötig
- Stabile, kabelgebundene Verbindung (möglich)
- Kompatibel mit vielen Geräten & Smart Home
Nachteile:
- Einbau nur durch Elektriker
- Eingriff in die Unterverteilung
- In Mietobjekten oft schwierig
- Höhere Anschaffungs- und Installationskosten
IR-Meter – Plug & Play
Ein IR-Meter wie der 🛒 EcoTracker IR von everHome oder der 🛒 PowerTracker IR von Solakon wird einfach (magnetisch) auf den Zählerkopf gesetzt und liest die IR-Schnittstelle aus.
Vorteile:
- Plug & Play, kein Elektriker nötig
- Schnelle Montage (per Magnet)
- Günstig in der Anschaffung
- Mietwohnungs-tauglich
Nachteile:
- Stromversorgung nötig (Steckdose oder USB)
- PIN vom Netzbetreiber für Detail-Daten nötig
- Zähler muss in WLAN-Reichweite sein
- IR-Kopf kann verrutschen
- Nur an Zählern mit IR-Schnittstelle (SML/D0)
Was ist mit der Update-Rate?
- Tibber Pulse IR: ca. 1 Sekunde (Quelle)
- Shelly Pro 3EM: technisch bis 1000 ms möglich, im Default-Reporting aber oft 1–15 s (Quelle)
→ In der Praxis ist der Unterschied bei Standard-Konfiguration vernachlässigbar. Für die Speicher-Regelung reicht beides locker aus.
Shelly Pro 3EM: Update-Rate per Skript & MQTT auf 1 Sekunde
Der Shelly Pro 3EM sendet seine Messdaten je nach Firmware-Version und Integration standardmäßig nur alle 1–15 Sekunden. Für eine schnellere Speicher-Regelung oder ein genaueres Monitoring kannst du mit einem kleinen Script auf dem Shelly selbst das Intervall auf 1 Sekunde einstellen.
Wie wird´s gemacht?
Öffne das Shelly-Webinterface unter Settings → Scripts, erstelle ein neues Script und füge folgenden Code ein:
let SHELLY_ID = undefined;
Shelly.call("Mqtt.GetConfig", "", function (res) {
SHELLY_ID = res["topic_prefix"];
});
function timerHandler() {
let em = Shelly.getComponentStatus("em", 0);
MQTT.publish(SHELLY_ID + "/status/em:0", JSON.stringify(em), 0, false);
}
// 1000 = 1 Sekunde, Minimum liegt bei 1000
Timer.set(1000, true, timerHandler, null);
Das Script liest die aktuellen Energiedaten (em:0) aus und published sie per MQTT im eingestellten Intervall. Den Timer-Wert (hier 1000) kannst du anpassen – 1000 ms ist das praktische Minimum.
Voraussetzungen
- MQTT muss auf dem Shelly aktiviert sein (
Settings → MQTT) - Ein MQTT-Broker (z. B. Mosquitto) muss im Netzwerk laufen
- In Home Assistant brauchst du ggf. einen Custom MQTT Sensor, der die JSON-Daten auswertet – die Standard-Shelly-Integration greift nicht auf diesen MQTT-Pfad zu
Mein Fazit
Die Messmethode ist nicht der entscheidende Faktor – die Kompatibilität mit deinem Speicher/EMS ist es. Erst wenn beide Optionen offenstehen, kommen die praktischen Unterschiede ins Spiel:
- Elektriker verfügbar + Zugriff auf Unterverteilung? → Smart Energy Meter ist die saubere, robuste Lösung.
- Mietwohnung, kein Elektriker, Zähler in WLAN-Reichweite? → IR-Meter ist schnell, günstig und für die meisten Setups völlig ausreichend.
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